Schwangerschaft

Die Sache mit den Beeren

Hallo ihr Lieben,

irgendwo hatte ich ja schon mal „angedroht“ noch was über die Sache mit den Beeren zu schreiben. Also wie ich zu dem Namen Himbeermama kam. Einen Teil davon kann man bei meinem Kreativblog, der Himbeertante, nachlesen. Den Rest gibt es nun hier. Achtung, es wird lang.

Ich will schon lange ein Café aufmachen (das habe ich ja hier  auch schon mal erwähnt). Und das heißt dann Himbeertante. Warum? Weil ich Beeren und im speziellen Himbeeren einfach superlecker finde. Und Tante bin ich – dank drei älterer Geschwister – schon seit ich 12 bin.

In der Schwangerschaft ging es dann weiter mit diesem Beerending. Ich hatte, wie wahrscheinlich viele, so eine Schwangerschaftsapp mit allerlei Infos und wöchentlichen Updates. Unter anderem wurde hier die Größe immer mit irgendwas Essbaren verglichen. Eigentlich quatsch, sich so ein Baby als Gurke vorzustellen ist ja wirklich etwas seltsam. Egal – am Anfang kam jedenfalls sehr oft der Vergleich mit den verschiedenen Beerensorten. Und so war der „Projektname“ geboren. In der ganzen Schwangerschaft war unser Baby für uns die Beere. Wir hatten schon nach einer Woche einen Namen für die Kleine (damals wussten wir noch laaaaaange nicht, dass es tatsächlich ein Mädchen wird), aber trotzdem haben wir immer von der Beere gesprochen.

Und dann kam Mitte Mai der obligatorische Glukosetoleranztest, kurz oGTT – seit ein paar Jahren ist dieser Test auf Schwangerschaftsdiabetes eine Kassenleistung. Bis dahin habe ich echt ganz schön viel Süßes gegessen – vor meiner Schwangerschaft habe ich recht konsequent Weight Watchers gemacht und so erst 12 Kilo abgenommen und dann gehalten. Jetzt „durfte“ ich ja wieder und jedes Eis hat ja auch so unglaublich gut geschmeckt.

Nun gut – ihr ahnt vielleicht was kommt – die Werte waren zu hoch. Also musste ich nochmal einen ausführlicheren Test machen, über Nacht nüchtern bleiben, Zuckersirup trinken und mir 3x Blut abnehmen lassen. Im Übrigen finde ich nüchtern sein als Schwangere im Hochsommer fast schon eine Zumutung – komisch, dass es da heutzutage noch keine andere Möglichkeit gibt. Kurz vor unserem Urlaub am Gardasee habe ich dann die Ergebnisse bekommen – auch hier: Werte viel zu hoch und somit bestätigt: ich habe Schwangerschaftsdiabetes! Der schöne Italienurlaub hat so einen ganz schönen Dämpfer bekommen – sollte ich doch schon mal meine Werte messen und notieren, was ich so esse. So also kein Eis für mich und auf Pizza & Pasta habe ich auch weitgehend verzichtet. Nach dem Urlaub wieder ab zur Praxis, inzwischen zu einem speziellen Diabetologen und Gespräche mit einer Ernährungsberaterin. Ein paar Tage hatte ich Zeit, die Sache mit einer Ernährungsumstellung in den Griff zu bekommen – hat leider nicht geklappt. Und so wurde ich recht schnell insulinpflichtig – ich denke bei Schwangeren macht man einfach nicht so lange rum, sondern entscheidet sich schneller für das Insulin um das Baby zu schützen.

Das Baby reagiert auf hohe Blutzuckerwerte nämlich mit einer erhöhten Insulinproduktion und baut den Zucker als Fett in den eigenen Körper um – dadurch kommt es zu größeren und schwereren Kindern. Die Fruchtwassermenge nimmt oft zu, was u.a. ein Risikofaktor für eine Frühgeburt ist. Und so weiter. Jedenfalls macht man da wenig Experimente, sondern steuert gleich mit Insulin dagegen.

Die restlichen drei Schwangerschaftsmonate waren geprägt von vielen Arztbesuchen. Wöchentliche Kontrolle beim Diabetologen. Regelmäßige Ultraschalls um die Größe des Babys und die Fruchtwassermenge zu bestimmen. Vorstellen in einer Klinik mit Pränatalzentrum, falls es dem Baby nach der Geburt nicht gut geht und selbst zu hohe Blutzuckerwerte hat.

 

Leider hat das mit dem Insulin und mir nicht wirklich gut geklappt – wöchentlich musste ich mehr spritzen, da ich, besonders morgens, gar keine Kohlenhydrate vertragen habe. Trotzdem sollte ich auch nicht darauf verzichten.

Ich bin natürlich kein Mediziner und weiß nicht was normal ist, aber bei mir gab es eine vorgeschriebene Menge an Broteinheiten, die ich täglich zu mir nehmen sollte. Nicht viel mehr, nicht viel weniger. Die Sache mit „Iss halt ein Stück Kuchen und spritz´dann halt mehr“ funktioniert, zumindest in der Schwangerschaft, nicht. Daher war mein letztes Schwangerschaftstrimester sehr gesund. Keine Süßigkeiten. Keine süßen Getränke. Wenig Kohlenhydrate. Wenig Obst. Aber Beeren – Beeren haben sehr wenig Kohlenhydrate. Eine ganze Schale Himbeeren (125 Gramm) hat nur 0,5 Broteinheiten (als Anhaltspunkt, ich sollte so 12-15 Einheiten am Tag essen). Und so kam es, dass ich meine Beerenliebe weiter ausbaute – jeden Tag gab es Erdbeeren. Himbeeren. Ab und an Heidelbeeren. Normalerweise esse ich nur Beeren in der passenden Saison – dies hab ich dann mal über Bord geworden und mir wenigstens das gegönnt.

Puh, habt ihr bis jetzt durchgehalten? Inzwischen ist die Diabetes übrigens weg (juhuuuu!) und dem Beerenbaby geht es auch gut – nur bei einer möglichen nächsten Schwangerschaft müsste ich schneller den Test machen und die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Diabetes ist wohl recht hoch.

Soooooooo, nun wünsche ich euch einen schönen Abend – falls ihr hierher gefunden habt, da ihr selbst Gestationsdiabetes habt: toitoitoi und haltet durch! Zumindest weiß man in der Schwangerschaft ja, wofür man das Ganze tut. Und es gibt wirklich schlimmeres im Leben. In diesem Sinne – macht´s euch fein!

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2 Kommentare zu „Die Sache mit den Beeren

  1. Liebe Himmbeermama,

    Ich liebe Deine Beiträge und lese jeden mit großer Freude.

    Freue mich, Dich und die kleine Maus mal bald zu sehen. Bis dahin Euch alles Gute!

    Ganz liebe Grüße Birgit

    Viele Grüße Birgit Krumenaker

    Von meinem iPhone gesendet

    >

    Gefällt 1 Person

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